Modernisierung

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein beschrieb die Baumaßnahme.

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„Ein Haus, das uns beschützt“

Caritas-Altenheim St. Michael in Röthenbach an der Pegnitz: Richtfest am zweiten Bauabschnitt der Sanierung gefeiert

Mit dem Richtfest am zweiten Bauabschnitt war eine weitere Etappe der sehr umfangreichen Umbau- und Sanierungsmaßnahme am Caritas-Altenheim St. Michael in Röthenbach an der Pegnitz bewältigt. Sie erstreckt sich über drei Bauabschnitte und dauert insgesamt vier Jahre.

Diözesan-Caritasdirektor Gerhard Öhlein sprach daher von einer anspruchsvollen und zeitaufwändigen Aufgabe. Begonnen hat sie im Juni 2010. Damals wurde der Nordflügel mit der Großküche, dem darüber liegenden Speisesaal und der ehemaligen Kapelle abgebrochen. Danach entstanden im ersten Bauabschnitt 14 Einzelzimmer, sieben Doppelzimmer, die Cafeteria sowie mehrere Funktionsräume und Pflegebäder. In diese neuen Räume konnten Ende Februar 2012 die Bewohner des Ostflügels umziehen.

In diesem Ostflügel begann sodann der 2. Bauabschnitt. Hier liegt der Schwerpunkt nun auf den Bewohnerzimmern. Es entstehen 40 Einzelzimmer und fünf Doppelzimmer. Gleichzeitig wird die Lücke zu dem bereits fertiggestellten 1. Bauabschnitt geschlossen. Eine handwerkliche Herausforderung war dabei die Verbindung der beiden bestehenden Dächer, denn der neue Dachstuhl des Verbindungstrakts musste an zwei bestehende Dachstühle angepasst werden. Die Schließung des Daches gewährleistet, dass die Ausbauarbeiten im Innenbereich auch im Winter weitergehen können. Zumal aktuell auch die Fenster montiert werden. Gegenwärtig erfolgen zudem die Rohmontagen der Elektro-, Lüftungs-, Sanitär- und Heizungsgewerke. Trockenbauer und Verputzer sind ebenfalls bereits auf der Baustelle tätig. Die Maurerarbeiten sind weitestgehend abgeschlossen. Der Bezug der jetzt entstehenden Räume ist für den Frühsommer 2013 geplant.

Insgesamt wird sich am Umfang der Einrichtung nichts ändern. Die 106 Pflegeplätze, die die Einrichtung vor Beginn der Bauarbeiten hatte, werden nach Abschluss der gesamten Sanierung wieder zur Verfügung stehen. Sie werden allerdings umgestaltet in acht Hausgemeinschaften. Davon umfassen fünf Hausgemeinschaften 14 Plätze, die übrigen drei nur zwölf Plätze. Die Hausgemeinschaft im Untergeschoss erhält direkten Zugang zu einem beschützten Gartenbereich und wird speziell für an Demenz erkrankte Senioren eingerichtet.

Eine Zentralküche wird es künftig nicht mehr geben. Denn beim hiesigen Hausgemeinschaftsmodell wird das Mittagessen für jeweils zwei Hausgemeinschaften zusammen dezentral gekocht. Alle anderen Mahlzeiten werden in den Hausgemeinschaften zubereitet. Je nach Wunsch und Kompetenz werden die Bewohner in die Essenszubereitung oder in die Verrichtung kleiner hauswirtschaftlicher Tätigkeiten mit einbezogen. Diese Beteiligung ist geschieht immer auf freiwilliger Basis und orientiert sich an der Biographie und den Ressourcen der Bewohnerinnen und Bewohner.

Die Baukosten der gesamten Umbau- und Sanierungsmaßnahme werden nach heutigem Kostenstand auf 11,5 Millionen Euro veranschlagt. Öhlein bedankte sich auf dem Richtfest bei den Zuschussgebern: Der Landkreis Nürnberger Land beteiligt sich mit 2 Millionen Euro. Die Stadt Röthenbach an der Pegnitz gibt 600.000 Euro – eine freiwillige Leistung, wie Bürgermeister Günther Steinbauer betonte, die der Bedeutung des Projekts für die Kommune geschuldet sei. Das Deutsche Hilfswerk hat bis zu 500.000 Euro bewilligt.

Öhlein dankte ferner den Handwerkern und der Baubetreuerin Joseph-Stiftung, die „so manche Überraschungen meistern mussten, die bei einem Neubau nicht zu erwarten sind“. Einen besonderen Dank richtete er an die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal des Caritas-Altenheims St. Michael. Sie hätten Belästigungen und Beeinträchtigungen geduldig auf sich genommen.

Für die Pfarrei betonte Pastoralreferent Otmar Herzing, wie wichtig ihr die Menschen im Caritas-Altenheim St. Michael sind. Er wünschte der Einrichtung, dass sie – wie es in einem modernen Kirchenlied heißt – ein „Haus, das uns beschützt“, sei und dass dieses Haus „viele Alte“ einlade, damit sie „dort frei erzählen, von Kreisen, die ihr Leben zog“.

15.11.2012
Klaus-Stefan Krieger