Schwierige Fragen

Bei der Betreuung und Versorgung von Menschen, die auf die Unterstützung und Hilfe anderer Menschen, insbesondere auch professioneller Fachkräfte angewiesen sind, können Situationen entstehen, die sowohl Angehörige und rechtliche Betreuer als auch die Mitarbeiter von Caritas-Einrichtungen vor schwierige Entscheidungen stellen.

Zum Beispiel:

  • Die Bewohnerin eines Seniorenzentrums will nicht mehr essen. Darf man ihr eine Magensonde legen?
  • Bei einer Patientin der Sozialstation, die selbst nicht mehr entscheiden kann, rät der Arzt dringend zu einer Operation. Verwandte meinen, der Eingriff würde die Leiden der Frau nur sinnlos verlängern. Wie soll der Betreuer entscheiden?
  • Ein Bewohner eines Pflegeheimes verweigert immer wieder die Körperpflege und die Einnahme notwendiger Blutzucker-Medikamente. Wie können die Mitarbeiter handeln, damit der Wille des Bewohners berücksichtigt und gleichzeitig ein drohender Schaden für seine Gesundheit abgewendet wird?
  • Der Bewohner eines Pflegeheims liegt im Koma und wird über eine Magensonde ernährt. Eine Patientenverfügung, in der er seinen Willen für einen solchen Fall bekundet hat, liegt nicht vor. Darf man ihm die Magensonde entfernen, damit er sterben kann?

Solche Fragen sind schwierig zu beantworten, denn sie berühren Moralvorstellungen und religiöse Überzeugungen. Zugleich haben sie eine juristische Dimension und sind nicht selten auch Gegenstand gesellschaftlicher Debatten.