Warum war eine Generalsanierung notwendig?

Der Vorgängerbau stammte von 1968. 1983 fanden schon einmal Umbauten statt.

Bereits der vorherige Träger – die Kirchenstiftung St. Bonifatius – war zu der Überzeugung gelangt, dass das Haus saniert werden muss. Die Kirchenstiftung hatte schon Planungen vorgenommen und auch schon Förderzusagen eingeholt.

Die Kirchenstiftung ist dann aber auch zu der Erkenntnis gekommen, dass eine solche Baumaßnahme die Möglichkeiten, die eine Kirchenstiftung hat, übersteigt. So verfügt der Diözesan-Caritasverband über einen eigene Fachabteilung, die sich in allen fachlichen Fragen und gesetzlichen Vorgaben der Pflege auskennt. Etwas Ähnliches ist in einer Pfarrei nicht vorhanden.

Daher hat der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Michael am 1. Januar 2009 als Träger übernommen. Dabei war eine klare Maßgabe, dass diese Übernahme geschieht, um die Sanierung der Einrichtung durchzuführen.

Es ging uns also von vornherein darum, das Alten- und Pflegeheim zu erhalten. Seit Abschluss der Sanierung stehen 108 Plätze zur Verfügung. Ebenso wurden alle Arbeitsplätze gesichert. Es handelt sich um rund 80 Mitarbeiter.

Darüber hinaus muss ein Alten- und Pflegeheim bauliche Standards einhalten, die gesetzlich vorgegeben sind. Seit 1. September 2011 gilt im Freistaat Bayern die Verordnung zur Ausführung des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes (AVPfleWoqG). Sie gibt bauliche Mindestanforderungen vor, z.B. zur Größe der Bewohnerzimmer (14 m² EZ, 20 m² DZ), zur Barrierefreiheit, zum Verhältnis von Einzel- und Doppelzimmern oder zu Gemeinschaftsräumen.

Diese Anforderungen waren von uns umzusetzen. So haben wir z.B. jetzt 82 Einzelzimmer und nur noch 12 Doppelzimmer.

Wobei als besondere Herausforderung zu berücksichtigen ist, dass die AVPfleWoqG erst während der Umbauphase dieser Einrichtung endgültig verabschiedet wurde. Der Träger musste also vorausschauend handeln.

Die AVPfleWoqG wird dazu führen, dass nach und nach alle Träger ihre Einrichtungen umbauen. Was man dem Diözesan-Caritasverband vorwerfen könnte, ist, dass er im Nürnberger Land den Vorreiter gespielt und als erster saniert hat. Allerdings gilt auch: Je länger man mit einer Sanierung oder einem Ersatzneubau wartet, umso teurer wird es. Denn zum einen sinken die Baupreise nicht und zum anderen müssen umso mehr Erhaltungs- und Reparaturkosten in den Altbau investiert werden.

Ein Ersatzneubau war für das Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Michael nicht möglich, da der Träger durch die Fördermittelzusagen, die bereits die Kirchenstiftung erhalten hatte, gebunden war und diese sich auf einen Umbau bezogen. Daher musste das Haus bei laufendem Betrieb umgebaut werden. Dies erfolgte von Juni 2010 bis März 2015 in drei Bauabschnitten.

In dieser Zeit musste die Zahl der verfügbaren Plätze natürlich reduziert werden. Denn die drei Flügel des Gebäudes wurden nacheinander umgebaut, und jeweils ein Flügel war dann nicht nutzbar. NICHT reduziert wurde dagegen die Zahl der Mitarbeiter, sondern trotz weniger Bewohnern wurde die Belegschaft gehalten und es erfolgten keine betriebsbedingten Kündigungen. Der Diözesan-Caritasverband hat also nicht nur in den Bau investiert, sondern er hat auch aus Verantwortung für die Mitarbeiter ein wirtschaftliches Defizit getragen.