Was ist zu den Kosten zu sagen?

Zunächst ist einmal zu betonen, dass der Diözesan-Caritasverband selbstverständlich über ein Controlling der Baukosten verfügt. Bei einem Umbau im Bestand entsteht freilich das Problem, dass man vor Überraschungen nicht gefeit ist. So ließen sich z.B. Betonplatten aus einer vorherigen Sanierung nicht so einfach entfernen wie angenommen.

Die Baukosten für die Sanierung betrugen insgesamt 12,5 Millionen Euro.

Für die Sanierung haben wir folgende Zuschüsse erhalten:

  • vom Landkreis Nürnberger Land: 2 Millionen €
  • von der Stadt Röthenbach: 600.000 €
  • vom Deutschen Hilfswerk: 314.650 €
  • gesamt: 2,914 Millionen €

Diese Zuschüsse sind von den Baukosten abzuziehen. Dann verbleiben knapp 9,6 Millionen Euro. Diese Summe musste der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg finanzieren: aus Eigenmitteln und über Kredite.

Diese 9,6 Millionen € sind zugleich die Kosten, die über den Investitionskostenanteil mit den Bewohnern abgerechnet werden dürfen.

Wichtig ist hier noch einmal daran zu erinnern, dass der Freistaat Bayern bereits 2004 die Investitionskostenförderung für Alten- und Pflegeheime eingestellt hat.

Die Heimkosten bestehen aus drei (bzw. vier) Komponenten:

  1. die Pflegekosten
  2. die Kosten für Unterkunft und Verpflegung
  3. die Investitionskosten
  4. (zusätzliche Leistungen: werden im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Michael nicht erhoben)

Aufgrund der Sanierung mussten wir zum 1. April 2017 die dritte Komponente Investitionskosten anheben. Dabei erstreckt sich die Umlage der Kosten auf 32 Jahre (Generalsanierung).

Diese Kosten haben mit der Pflege an sich nichts zu tun. Wenn man den Bewohner eines Pflegeheims mit einem Pflegebedürftigen vergleicht, der sich zu Hause von einem ambulanten Pflegedienst versorgen lässt, dann muss dieser ambulant Gepflegte auch Miete bezahlen, Lebensmittel kaufen, für Strom, Heizung und Wasser zahlen. All diese Aufwendungen sind beim Heimbewohner in den Komponenten 2 und 3, also Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten enthalten. Das Pflegeheim bietet eine Vollversorgung.

Für ein Einzelzimmer im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Michael, das 17-18 m² einschließlich kompletter barrierefreier Nasszelle enthält, zu dem i.d.R. ein Balkon und in jedem Fall Mitbewohnen der Gemeinschaftsräume hinzukommt, wobei alle Räume möbliert sind, werden Investitionskosten von 696,62 € im Monat erhoben.

Zum Vergleich: Für eine Zwei-Zimmer-Wohnung in Röthenbach sind 600 bis 750 € Miete OHNE Nebenkosten zu zahlen.

Die Abrechnung der Investitionskosten muss von der Regierung – in diesem Fall von der Regierung von Mittelfranken – geprüft und genehmigt werden. Der Antrag wurde bei der Regierung im Juni 2016 eingereicht. Der Bescheid der Regierung mit der Genehmigung erfolgte am 1. Februar 2017. Also 8 Monate später.

Erst danach konnten mit Vorliegen des Bescheides die Bewohner über die genaue Höhe der Anhebung informiert und diese ankündigt werden.

In diesem ganzen Verfahren hätte der Träger eines anders machen können:Er hätte bereits nach der Fertigstellung des 1. Bauabschnitts eine erste Abrechnung vornehmen und der Regierung vorlegen können. Er hätte dann bereits früher die Investitionskosten ein erstes Mal erhöhen können.

Der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg hat sich aber ganz bewusst dafür entschieden, die Investitionskosten erst nach Abschluss der gesamten Baumaßnahme abzurechnen. Er wollte die Bewohner nicht schon während der Bauzeit mit höheren Investitionskosten belasten. Die Bewohner mussten während der Sanierung – gerade eben weil es ein Umbau im Bestand war – viele Unannehmlichkeiten ertragen: Lärm, Schmutz, fehlende Räume. Den Verzicht auf eine frühere Erhöhung des Investitionskostenanteils hat der Diözesan-Caritasverband auch als eine Art Entschädigung für diese Lasten verstanden.

Ein Fehler war es vielleicht, dies nicht früher und nicht deutlich genug kommuniziert zu haben.

Die Höhe des Investitionskostenbeitrags im Caritas-Alten- und Pflegeheim St. Michael (pro Tag 22,90 € im EZ, 15,00 € im DZ) liegt im Rahmen dessen, was auch vergleichbare Häuser verlangen (z.B. ein 2014 in Schnaittach fertiggestelltes Heim 19,86 €). In Deutschland berechnen rund 1.200 Pflegeheime Investitionskosten zwischen 20 und 25 Euro/Tag. Der durchschnittliche Monatsbetrag liegt bei 500 Euro (laut Bundesinteressenvertretung für alte und pflegebetroffene Menschen e.V.). Dabei ist zu berücksichtigen, dass unterschiedliche Betreuungskonzepte mit spezifischem Raumbedarf – etwa das Wohngruppenmodell – Preisunterschiede bedingen.